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Geschlechtercodes und religiöse Praxis
[300_329]

Geschlechtercodes und religiöse Praxis
Arabische Christinnen
zwischen patriarchaler Leitkultur und Selbst-Autorisierung

Würzburg (Ergon) 2009 - 292 S.
978-3-89913-668-5
Reihe: Religion in der Gesellschaft Bd. 25

Mit der arabischen Sozialwelt wird ein Gesellschaftsraum untersucht, der sich als besondere Konfiguration aus symbolischen Orientierungsmustern, sozialer Erwartungsstruktur und einer spezifischen Differenzierungsformation konstituiert. Von hier aus wird auf die soziale Konstruktion des Geschlechterverhältnisses im arabischen Christentum fokussiert. Beispielhaft wird die ökumenische Weltgebetstagsbewegung in Ägypten, Libanon und Palästina empirisch untersucht. Es wird gezeigt, wie christliche Araberinnen in diesen Strukturen handeln und ihre religiöse Praxis – vor dem Hintergrund des symbolischen Orientierungsrahmens arabischer Gesellschaften – gestalten.
Damit hat die Untersuchung hinsichtlich des Verhältnisses von Struktur und sozialer Praxis zwei analytische Bezugspunkte. Dies ist einmal die Art der Rahmung sozialen Handelns durch sozialstrukturelle Vorgaben. Ihnen wird innerhalb einer Analyse der Transformation arabischer Gesellschaften nachgegangen; hier steht das Verhältnis von Religion, Politik, Recht und Geschlecht im Mittelpunkt.
Der zweite Bezugspunkt der Studie besteht in der Praxis sozialer Konstruktion von Wirklichkeit in der christlichen Religion. Dem wird vermittels narrativer Interviews nachgegangen. Im Kern geht es darum, inwiefern es trotz hochgradig institutionalisierter Geschlechterungleichheit in der christlichen Religion zur De-Codierung religiöser Geschlechterschemata kommt.
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